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So viele schöne Brauntöne! Zum Färben verwendet man nicht die harten, braunen Nussschalen, sondern die grünen, fleischigen Außenschalen, aus denen die Nüsse herausfallen. Die grünen Schalen bleiben meist am Baum hängen und fallen in Teilen herab. Wenn man niemanden kennt, der seinen Walnussbaum durch Abschlagen der Nüsse erntet (wobei die grünen Schalen frisch und in Massen anfallen), besucht man “seinen” Nussbaum ab Anfang Oktober jeden Tag, sammelt die frischen Schalen auf und friert sie ein, bis man die nötige Menge zusammen hat. Die Schalen sollen außen noch nicht braun sein (die braunen Schalen färben zwar auch, der Farbton wird aber stumpfer und langweiliger). Oben auf dem Foto kann man sehen, dass die Schalen an den Rändern sofort oxidieren.
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Walnussbäume findet man hauptsächlich auf Bauernhöfen, im Garten alter Villen und in vielen Pfarrgärten. In Neubaugebieten kommen die schönen Bäume faktisch nicht vor (was schade ist, denn neben den attraktiven Blättern und den leckeren Nüssen im Herbst bieten Walnussbäume im Sommer einen mücken- und ungezieferfreien Schattenplatz). Am besten fürs Sammeln sind Bäume, die an einem gepflasterten Parkplatz stehen, auf nassem Gras werden die herabgefallenen Schalen schneller braun.
Nussbaumbesitzer wissen meist nicht, welcher Schatz in den grünen Schalen steckt und reagieren misstrauisch bis verständnislos, wenn man ihnen anbietet, in ihrem Garten jeden Tag die grünen Schalen aufzusammeln (und die Nüsse dabei in Ruhe zu lassen). Doch dann sind sie ziemlich dankbar - wenn die Schalen im Gras erstmal dunkel geworden sind, schmieren sie nämlich furchtbar.
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Wichtig: Bei allen Arbeitsgängen unbedingt Gummihandschuhe anziehen, sonst läuft man wochenlang mit braunen Fingernägeln herum!
Für eine Kaltfärbung benötigt man 1 kg grüne Schalen pro 100 Wolle. Das klingt viel, die Schalen sind aber erstaunlich schwer. Ich habe für 4 kg Schalen einmal nur sieben Sammeltage an zwei Bäumen gebraucht, bei windigem Wetter geht es schneller. Die Schalen werden gehackt und in einen Wäschesack (oder einen selbstgenähten Sack aus Mullwindel oder Tüllgardine) gefüllt. Der Sack muss so groß sein, dass die Schalen viel Platz haben. Dieser Sack wird 24 Stunden lang in kaltem Wasser eingeweicht und gelegentlich bewegt. Dann die Wolle dazu legen und mindestens 48 Stunden lang stehen lassen, Sack und Wolle dabei gelegentlich bewegen. Die Wolle wird satt-nussbraun. Wolle herausnehmen, ausdrücken und trocknen lassen (zu Beginn am besten auf dem Rasen, auf einem Backblech oder einer Plastikplane lagern). Die Farbe wird dadurch noch intensiver. Danach waschen, spülen, schleudern und trocknen.Für die nächste Färbung wird neue Wolle eingelegt, die Menge kann auf 100 g Wolle pro 400g Schalen erhöht werden. Die Flüssigkeit auf 40° erhitzen, diese Temperatur zwei Stunden lang halten, dann die Wolle herausnehmen, ausbreiten etc. Das Ergebnis: ein warmes Braun.
Für die dritte Färbung werden die Schalen in derselben Brühe eine Stunde lang ausgekocht. Wenn die Flüssigkeit auf 40° C abgekühlt ist, wird neue Wolle eingelegt, erhitzt und etwa eine Stunde lang sanft gekocht. Nach den Auskühlen Wolle herausnehmen, ausbreiten etc. Auf diese Weise können noch mehrere weitere Färbungen vorgenommen werden, der Farbton verändert sich dabei von dunkelbraun bis beige. Da bei dieser Färbung keinerlei Beizmittel verwendet wird, darf die Flüssigkeit danach einfach in die Büsche gekippt werden. Es lohnt sich übrigens durchaus, auch mit wenigen Schalen und kleinen Wollmengen zu arbeiten und die vielen Brauntöne danach zusammen zu filzen oder zu verstricken.
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